Andrian Mechernich

Digitaler Realismus

Digital Media als neuer Topos der Kunst

Die digitalen Medien haben das Potenzial, unsere Gesellschaft nachhaltig zu transformieren. Nicht nur die Kommunikation, die Wahrnehmung der Menschen auf die Welt insgesamt wandelt sich.

Digital Media als neuer Topos der Kunst

Die digitalen Medien haben das Potenzial, unsere Gesellschaft nachhaltig zu transformieren. Nicht nur die Kommunikation, die Wahrnehmung der Menschen auf die Welt insgesamt wandelt sich.

Die rasant wachsende Digitalisierung und damit einhergehende Omnipräsenz von Social Media und deren Wechselwirkung auf den Menschen bildet ein zentrales Thema in der Kunst Andrian Mechernichs.

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Das Smartphone oder Tablet und damit verbundene Apps spielen als Symbole in Andrian Mechernichs Kunst eine primäre Rolle: iMessage, WhatsApp, Facetime, Skype als Medien der Kommunikation, Youtube, Facebook, Instagram, Twitter, Pinterest als Bühnen einer neuen Generation, Emoticons als Masken einer virtualisierten Gesellschaft, (Like-)Buttons, Suchleisten als Symbole und Fingerprints als Identitäten einer globalisierten Welt.

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Mona Lisa in Tinder

Wer kennt nicht das weltberühmte Gemälde von Leonardo da Vinci? In einer Dating-App würde man die Mona Lisa wohl kaum erwarten. Genau in diesem Kontext platziert sie Andrian Mechernich. Über dem Antlitz der Mona Lisa erscheint der Schriftzug „It’s a Match!“, der bei Tinder anzeigt, ob der potenzielle Dating-Partner das Interesse erwidert. Das Gemälde hinterfragt in dieser Weise auf ironische Art die Eignung und Angemessenheit von Dating-Apps zur Partnersuche.

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Mona Lisa in Tinder

Wer kennt nicht das weltberühmte Gemälde von Leonardo da Vinci? In einer Dating-App würde man die Mona Lisa wohl kaum erwarten. Genau in diesem Kontext platziert sie Andrian Mechernich. Über dem Antlitz der Mona Lisa erscheint der Schriftzug „It’s a Match!“, der bei Tinder anzeigt, ob der potenzielle Dating-Partner das Interesse erwidert. Das Gemälde hinterfragt in dieser Weise auf ironische Art die Eignung und Angemessenheit von Dating-Apps zur Partnersuche.

Interferenzfarbe und „Die Welt als Wille und Vorstellung“

Im Bühnenweihfestspiel Parsifal von Richard Wagner fällt im zweiten Akt der Turm des Zauberers Klingsor in sich zusammen und löst sich blitzschnell scheinbar ins Nichts auf. Er war nur durch Lust erzeugte Illusion – reine Vorstellung. Eine anschaulichere Erläuterung des Werkes Schopenhauers in einem Bühnenstoff hat es wohl nicht gegeben. Analog dazu verwendet Andrian Mechernich in seinen Gemälden eine Interferenzfarbe, die nur aus bestimmten Blickwinkeln und unter besonderen Lichtsituationen erkennbar ist. Ähnlich wie mit dem Turm bei Wagner können zum Beispiel Figuren in den Gemälden verschwinden, wenn man sich bewegt, oder neue tauchen auf. Dadurch wird ein Gemälde von einem bestimmten Standpunkt aus nie in seiner ganzen Dimension greifbar. Es entstehen ein Wechselspiel von Erscheinen und Nicht-Erscheinen und mannigfache Zustände dazwischen. Neue Interdependenzen entstehen und fallen wieder in sich zusammen. Einmal zu erkennen geglaubte Bildzusammenhänge werden so fragwürdig – ändern sie sich doch stets abhängig von Standpunkt und Licht. Ebenso wie der Bildinhalt wird auch der Standpunkt des Betrachters in Frage gestellt. Gibt es den einen richtigen Standpunkt?

Thematisch hat die Interferenzfarbe eine ebenso wichtige Bedeutung: Die Darstellung in Social Media beruht auf einer digitalen Illusion. Wie beim Turm in Wagners Bühnenweihfestspiel hört die Illusion mit nur einem Knopfdruck auf dem Smartphone auf – der Turm fällt in sich zusammen.

Über das Smartphone bzw. Tablet als Malgrund

Das Display des Smartphones bzw. Tablets übernimmt die Funktion einer Leinwand, auf welcher die Malerei stattfindet. Durch die ungewöhnliche Verwendung dieser Geräte als Malgrund wird der Fetischcharakter ebendieser damit gleichermaßen betont wie ironisiert. Da das Display normalerweise zur Darstellung digitaler Bilder verwendet wird, entsteht ein zwiespältiger Charakter der Malerei direkt auf das Display. Im ersten Augenblick meint man auch ein digitales durch das Display erzeugtes Bild zu sehen. Diese Illusion wird bei näherer Anschauung aufgehoben und der Betrachter erkennt das analoge Bild, das nur aus Pinselstrichen besteht. Der Rahmen des iPhones wie auch der Home-Button unten und die Kamera und der Lautsprecher oben ersetzen den Holzrahmen klassischer Gemälde. Durch diesen neuen Kontext gewinnt die Bedeutung z. B. des Aktes im Gemälde Akt (Mann), 2017, eine ganz neue Dimension. Als Malerei steht der Akt zwar für sich, kann sich dem Zusammenhang mit dem iPhone als Träger des Bildes jedoch nicht entziehen. Diese Erweiterung des Bildträgers, der nun eine Bedeutung an sich gewinnt, jedoch stets in Verbindung mit der Malerei tritt, verleiht dem Akt einen doppelbödigen Charakter. Im Gemälde Akt (Mann bzw. Faun), 2017, fällt der Faun im Stile der Trompe-l’œil-Malerei aus dem Display des iPhones. Arme und Hände ragen über den Rahmen hinaus. In einem Simultankontrast springt die rote Farbe förmlich mit und hebt sich vom tiefen Hintergrund ab. Die Lüsternheit des Faunes als Fruchtbarkeitsgott gewinnt im Kontext des heutigen Voyeurismus im Internet eine neue Brisanz: Im Gemälde von Nicolas Poussin (1626) wird die schlafende Venus von Faunen überrascht. Heutzutage kann jeder – unbemerkt – in den Myriaden an digitalen Bildern herumstöbern, wird sozusagen selbst zum Faun.

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Drehe mich!

Ich bin mit einer einzigartigen Farbe bemalt, die mich aus jedem Blickwinkel anders erscheinen lässt!

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Drehe mich!

Ich bin mit einer einzigartigen Farbe bemalt, die mich aus jedem Blickwinkel anders erscheinen lässt!

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